Bericht A.S. Gedenkturnier Nordhorn

Bericht zum Andreas-Schaar-Gedenkturnier Nordhorn von Mattis Trätmar

Vom 16.11.-18.11. 2018 fand an der holländischen Grenze gelegen jenes Turnier statt, das in 2 Gruppen eingeteilt wurde. Spielort war wie gewohnt die Mensa des Gymnasiums Nordhorn. Ich ging in der A-Gruppe an den Start und war von knapp 60 Teilnehmern an 19 gesetzt. Um 19:00 begann dann die 1. Runde, in der ich es mit einem Gegner zu tun bekam, der eine Wertungszahl von ca. 1800 aufwies. Es handelte sich um einen ehemaligen Vereinskameraden, ergo kannte man sich.

Nach einigen Zügen wurde folgende Stellung erreicht:

Diagramm 1

Kurz vor der Zeitkontrolle wurde diese Stellung erreicht, die ich als günstig für mich (Schwarz) einschätzte. Wie in dem Diagramm gut verdeutlicht wird, besitze ich die besseren Figuren, insbesondere, da meine Dame schön aktiv im Zentrum postiert ist. Hinzu kommt, dass mein Springer deutlich besser ist als der schwarzfeldrige Läufer des Weißen. Zudem ist der weiße König vom Spielgeschehen abgeschnitten, wohingegen mein König aktiv teilnehmen kann. Zu guter Letzt weiß man ja, dass D+S oftmals ein gefährliches Duo darstellen, wenn es darum geht, dem gegnerischen König das Leben schwer zu machen.

Zugegeben, objektiv ist die Stellung ausgeglichen, doch vom praktischen Standpunkt aus betrachtet ist sie leichter für Schwarz zu spielen. Nach meinem letzten Zug 38…Kxd7 griff mein Gegner prompt mit 39.Dg2?? fehl, vermutlich hauptsächlich der Zeitnot geschuldet. Diesen Lapsus bestrafte ich unverzüglich mit 39…Db1+, wonach der Läufer in der Ecke dran glauben musste.

Diagramm 2: Stellung nach 48…Kb2 -+

Mein Gegner hatte genug und gab auf.

In den Runden 2 und 3 spielte ich unaufgeregtes Schach, sodann ich in der vorletzten Runde ebenfalls gegen einen ehemaligen Vereinskameraden spielen durfte. In unserer Partie kam Spanisch mit 5.d3 aufs Brett und nach der Hälfte der Zeitkontrolle (20 Züge) hatten wir folgende Stellung auf dem Brett:

Diagramm 3: Stellung nach 19…Sc4

Hier spielte ich 20.Sa3! , um mich einerseits zu entwickeln und andererseits, da mir der Sinn nach einem Königsangriff stand.

Diagramm 4: Stellung nach 27…De7

Alle weißen Figuren sind aktiv aufgestellt und der schwarze König fühlt sich zu recht sehr unwohl in seiner Haut. Doch wie wurde dem schwarzen König binnen weniger Züge der Garaus bereitet?

Diagramm 5: Stellung nach 28.Lc3!

Man sehe sich nur die harmonische Aufstellung des Weißen an und schaue sich im Gegensatz hierzu die völlig unkoordinierte, auf den letzten beiden Reihen (7. und 8. Reihe) zusammengestauchten schwarzen Figuren an, die förmlich darauf warten, dass man dem Ganzen ein rasches Ende setzt!

Diagramm 6: Stellung nach 32.Dg8#

Das würdige Ende einer guten Angriffspartie meinerseits.

Nach der Partie blieb mir ca. 2 h Zeit, die ich dafür nutzte, mich auf die 5. Runde einzustellen und mich mit meinem Gegner in der nachträglichen Analyse noch kurz auszutauschen.

Um 15:00 begann dann die eben angesprochene Runde und ich bekam es mit einem Gegner zu tun, der eine Wertungszahl von ca. 2120 aufwies. In jener Partie kam Rossolimo mit 3…g6 und 4…bxc6 aufs Brett, ehe wir dann nach 24 Zügen eine recht ausgeglichene Stellung erreichten. Mein Kontrahent bot mir Remis an, das ich annahm. Im Anschluss gestand dieser mir, dass er keine Lust dazu verspürt hätte, noch lange weiterzuspielen, da er glaubte, ohnehin nicht über Remis hinauskommen zu können.

Ein gutes und schnell rumgegangenes Turnier, bei dem ich ein leichtes Elo-Plus verzeichnen konnte und wo es in diesem Jahr erneut darum geht, gutes Schach zu spielen.